Auf diesem Bild sind Blumen, die an die neuroyalen Verbindungen im Gehirn erinnern.

Veränderung durch Akzeptanz -wie ein „Ja“ das Gehirn aktiviert

oder auch: die Kunst des Ja-Sagens 
im Yoga und über die Matte hinaus

Ich hab im Nebenfach Schauspiel studiert. Das heißt, das ich neben dem Theorieunterricht ein Jahr lang immer freitags für sechs Stunden in eine neue Rolle geschlüpft bin. Mal war ich ein Huhn, mal die Farbe gelb, mal ein Rasenmäher. 
Doch bevor ich mich auf diese Rollen einlassen konnte gab es erstmal ganz viel innere Widerstände. Ich soll bitte WAS sein? Für sechs Stunden? Ausgeschlossen!
Die Wissenschaftlerin Jo Boaler befasst sich mit lebenslangem Lernen. In Studien vergleicht sie die Hirnaktivität von Menschen, die davon ausgehen das sie etwas nicht können. Im Vergleich zu den Versuchsteilnehmern die davon ausgehen, das sie etwas NOCH nicht können. In der ersten Gruppe gibt es kaum mentale Aktivität, bei der zweiten Gruppe feuern die Neuronen und im Gehirn werden neue Verknüpfungen geschaffen.

Der Theatermacher Berthold Gunsten hat die Firma Umdenken gegründet. Basierend auf seinen Erfahrungen als Regisseur propagiert er eine Haltung des „Ja-sagens“. Insbesondere in Momenten in denen wir mit Herausforderungen und großen Veränderungen konfrontiert sind. Ein „Ja“ zu dieser Veränderung ermöglicht uns laut ihm einen kreativen und spielerischen Umgang und zeigt Wege auf, die wir sonst nicht gesehen hätten.

Hätte ich auf die Aufgabe „sei die Farbe gelb“ mit „ich bin aber nicht gelb“ geantwortet: das Spiel wäre zu Ende gewesen. Doch durch das annehmen der Veränderung, und sei es nur im improvisierten Spiel, entfaltet sich unsere Kreativität und es können neue neuronale Wege geformt werden.

Das gleiche zeigt sich oftmals auch auf der Yogamatte: manche Yogis gehen körperliche Herausforderungen (wie eine Armbalance) in kleinen Schritte an und schauen eben was möglich ist. Andere werfen gleich das Handtuch („das kann ich eh nicht“). Auch wenn erstere Yogis möglicherweise nicht in der Yoga Haltung ankommen: ihr Gehirn hat etwas gelernt und die Wahrscheinlichkeit, die Asana zu einem späteren Zeitpunkt umsetzen zu können, steigt.

11 Schritte um im Yoga durch ein „Ja“ die Flexibilität von Körper und Geist zu stärken:

  1. annehmen: ein „Ja“ auch zu dem was wir gerne anders hätten („Ja, ich kann zum jetzigen Zeitpunkt keinen Handstand/Spagat/Ujjayi Atmung über 90 Minuten/wasauchimmer…); erst durch das annehmen sind wir an einem Punkt wo wir was verändern können
  2. eine freundliche Haltung gegenüber uns selbst entwickeln („es ist ok das ich wasauchimmer NOCH nicht kann“

  3. – 10.: wiederhole 2. (freundlich mit sich selbst zu sein kann man gut ein paar mal wiederholen) 

    11. mit einer offenen und neugierigen Haltung langsam an dem arbeiten was möglich ist. Auf und neben der Yogamatte.