Achtsamkeit verändert unsere Wahrnehmung und unsere Erwartungen.

Achtsamkeit: 2 Übungen für einen klaren Geist

Achtsamkeit: von der Yogamatte in den Alltag

Wir alle gehen mit endlos vielen Gedanken und Fragen durch den Tag: Was hätte gestern besser laufen können und was erwartet mich morgen? Was mache ich heute zum Abendessen? Was hat wohl XY genau gemeint als er dieses oder jenes sagte? Steht mir die Hose wirklich?

Im Yoga üben wir uns darin, unseren ewig schwatzenden Geist in die Ruhe zu bringen. Yoga chitta vritti nirodhah (Yoga Sutren, 1.2.: Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedanken). Wir tun dies, indem wir achtsam mit dem sind, was im Moment tatsächlich passiert: das Kommen und Gehen der Atmung, die Bewegungen des Körpers und die Eindrücke über unsere Sinne.

Doch wie bringen wir diese Achtsamkeit von der Yogamatte in unseren Alltag?

Hier sind meine 2 Lieblingsübungen um im Alltag achtsamer, und somit ruhiger und zufriedener zu sein:

  1. Die Gelangweilte-Warte-Übung:
    Allzu oft sind wir in einer Art Warte- oder Übergangssituation: In der Bahn oder im Auto zwischen A und B, wartend in der Supermarktschlange oder im Wartezimmer. Zeit, in der nicht wirklich viel passiert und die wir oftmals eher auf Standby erleben. Ein guter Zeitpunkt also für eine Achtsamkeitsübung mit der wir uns über die Sinne wieder im Raum orientieren:
    schaue dich um, bis du 5 Dinge siehst die blau sind;
    höre genau hin, bis du 4 unterschiedliche Geräusche hörst;
    spür was deine Haut berührt, bis du 3 unterschiedliche Empfindungen auf der Haut (Kleidung oder Temperatur) wahrnimmst
    Was ist die schönste Farbe die du sehen kannst? Welches ist das angenehmste Geräusch? Welches Eindruck auf deiner Haut fühlt sich am besten an?

  2. Die Anstrengende-Situation-Übung
    Oftmals sind wir ein einer Situation die unangenehm ist aber durch die wir hindurch müssen: das Warten an einer lauten, staubigen Baustelle, das sitzen durch eine zermürbende Besprechung, das einkaufen mit einem 2jährigen mit Wutanfall. Um mit der Situation so entspannt wie möglich umgehen zu können, lohnt sich eine Achtsamkeitsübung mit der wir uns in uns selbst verwurzeln:
    finde eine Haltung, die so stabil und angenehm wie möglich ist:
    Im stehen: verlagere das Gewicht auf beide Füße gleichermaßen, richte das Becken über den Füßen und die Schultern über dem Becken aus > stehe so aufrecht wie möglich; überprüfe, wie viel Spannung du im Körper hast und stehe mit so wenig Anstrengung wie möglich
    im sitzen: erde dich durch beide Füße und ein neutral ausgerichtetes Becken; sitze aufrecht und verbinde dich mit der Länge in deiner Wirbelsäule
    > werde dir immer wieder bewusst: die Situation mag gerade anstrengend sein, aber du kannst dennoch positiv Einfluss darauf nehmen, wie es dir in der Situation in deinem Körper geht

 

Achtsamkeit verändert unsere Wahrnehmung

Kleine Achtsamkeitsübungen wie diese lassen uns nicht nur im Augenblick zu mehr Ruhe und Klarheit kommen. Sie beeinflussen auch wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen und was für Erwartungen wir möglicherweise haben.
Wenn wir durch Achtsamkeit weniger Stress erleben (siehe dazu auch diesen Beitrag bei Yoga Aktuell) schätzen wir auch unsere Umwelt und unsere Zukunft positiver ein. Oder um es in den Worten von Pippi Langstrumpf zu sagen: „Das haben wir noch nie probiert. Also geht es sicher gut“. 

Wie verändert sich deine Wahrnehmung durch Achtsamkeitsübungen? Hinterlasse gerne einen Kommentar, wir freuen uns von dir zu hören!